Deshalb waren wir bei der Altstadtbäckerei Richter zu Besuch. Wir wollten wissen, was einen Familienbetrieb beschäftigt, wo Herausforderungen liegen und was sich vor Ort verändern lässt.
Kurz vor Feierabend haben sich Carsten und Jakob Richter Zeit für unseren Besuch genommen. Dabei ging es schnell um mehr als nur ums Bäckerhandwerk.
Um Ausbildung zum Beispiel. 13 Auszubildende arbeiten derzeit bei Richter, vier junge Frauen haben in diesem Jahr ihre Ausbildung zur Bäckerin begonnen. Durch eine veränderte Teigführung müssen Azubis nicht mehr mitten in der Nacht aufstehen. In der Backstube geht es für sie erst ab 6 Uhr los.
Auch die nächste Generation war ein Thema. Carsten Richter ist sichtlich stolz darauf, dass seine Söhne Jakob und Jan sich für das Bäckerhandwerk entschieden haben. Sie sollen den Familienbetrieb nicht einfach genauso weiterführen, sondern eigene Ideen einbringen.
Wir haben auch darüber gesprochen, wie Mitarbeiter unterstützt werden, die aus anderen Ländern kommen. Jeden Freitag gibt es Deutschunterricht in der Bäckerei. Ganz praktisch, damit Lesen und Schreiben im Alltag leichter fallen.
Und natürlich ging es um Energie. Photovoltaik, elektrische Fahrzeuge und die Rückgewinnung von Energie aus dem Abwasser sind Themen, mit denen sich der Betrieb beschäftigt.
Genau solche Gespräche sind für uns wichtig. Denn Wolfenbüttel besteht nicht nur aus bekannten großen Unternehmen. Hier gibt es viele Menschen, die ausbilden, Arbeitsplätze schaffen, Verantwortung übernehmen und sich Gedanken darüber machen, wie es weitergehen kann.
Als BUW wollen wir genau hinschauen und zuhören. Nicht alles lässt sich kommunalpolitisch lösen. Aber wir können verstehen, wo der Schuh drückt und wo Kommunalpolitik gute Rahmenbedingungen schaffen kann.
Das ist für uns: Wolfenbüttel weiterdenken.